Unser aktueller Lesetipp für Sie!
Der Roman einer Provinz ohne Vaterland und eines Mädchens ohne Vater!
"Nur einmal in ihrem Leben konnte sich meine Mutter Gerda der Liebe eines Mannes gewiss sein, und ich der eines Vaters. All die anderen kamen und gingen wie ein Wolkenbruch im Sommer: Wir haben uns schlammige Schuhe geholt, aber die Wiesen sind trocken geblieben. Mit Vito hingegen war es etwas anderes. Das war echt. Für sie und für mich war seine Gegenwart wie ein langer Regen im Juni, der das Gras wachsen lässt und die Quellen speist. Und doch hat uns, danach und für immer, die Trockenheit nicht verschont." Eva ist Anfang vierzig, als sie am Ostermorgen einen Anruf von dem Mann erhält, der in ihrer Kindheit eine Zeit lang die Rolle des Vaters einnahm, bevor er scheinbar für immer verschwand: Vito Anania. Er liegt im Sterben, und noch einmal möchte er Eva sehen. Sie tritt die Zugreise von Südtirol quer durch Italien in den äußersten Süden an. Und während dieser stundenlagen Zugreise entfaltet sich in ihrer Vorstellung noch einmal ihre ganze Kindheit in Südtirol: Sie wuchs im Schatten der politischen Verwerfungen einer Region auf, die drei Jahrzehnte lang der Spielball bedrohlicher Allianzen war, bevor sie endlich den Aufbruch in die Autonomie wagte. Doch noch stärker wurde Evas Kindheit geprägt von der Liebe ihrer meist abwesenden Mutter, die als 16jährige Hotelküchenhilfe geschwängert - und der im Leben wahrlich nichts geschenkt wurde. Zutiefst beeindruckende und mit viel subtilem Witz äußerst unterhaltsam und intelligent erzählte Mutter-Tochter-Geschichte, die eingebettet ist in ein großartiges Lehrstück europäischer Geschichte.
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